Der Bezirksverband der Kleingärtner e.V. Göttingen betreut die Kleingärtner in den Kreisen Göttingen, Northeim und Osterode. Er gehört dem Landesverband der Niedersächsischen Gartenfreunde e.V. an, der mit 18 anderen Landesverbänden im Bundesverband Deutscher Gartenfreunde e.V. zusammengeschlossen ist.
1936 wurden in Göttingen die ersten Dauerpachtgartenkolonien durch die Stadt eingerichtet. Die fachliche Beratung übernahm Gartenbauinspektor Robert Ahlborn, der später das Gartenamt der Stadt leitete. Gleichzeitig entstand die Stadtgruppe im Reichsbund der Kleingärtner Deutschlands e.V., deren Vorsitzender Gustav Spörhase wurde. Unter seiner Leitung wurden 1936 die Kleingartenvereine "Rosengarten", "Leinetal" und "Am Hainberg" gegründet. 1937 folgten "Wiesengrund" und "Am Fuchsberg".
Diese Vereine erwirkten 1937 die Gründung des Bezirksverbandes unter dem Namen "Bezirksgruppe der Kleingärtner e.V., Göttingen". Nach der Eintragung im Vereinsregister des Amtsgerichts Göttingen erhielt der Verband 1938 die Gemeinnützigkeitsurkunde und war somit befugt, Kleingartenland selbständig zu pachten und an Kleingärtner weiterzuverpachten.
In den folgenden Jahren, mitbedingt durch den 2. Weltkrieg, nahm das Kleingartenwesen in Göttingen und Umgebung einen erheblichen Aufschwung und es wurden zahlreiche weitere Vereine gegründet.
1944 schloss der Verband mit der Stadt Göttingen einheitliche Pachtverträge über die Anlagen innerhalb des Stadtgebietes ab.
Aufgrund der stetig steigenden Mitgliederzahl von über 5000, wurde am 01.04.1947 Franz Koch als Geschäftsführer eingestellt. Er wurde am 31.07.1973 verabschiedet, hat aber noch gut 10 weitere Jahre als Ehrenmitglied mit Sitz im Vorstand gewirkt.
Ende 1954 gehörten 36 Vereine dem Bezirksverband an. In den nachfolgenden Jahren trat eine Stagnation ein und ab 1960 ein starker Mitgliederschwund, der auf zahlreiche Kündigungen im Bereich der Stadt Göttingen und den Austritt ländlicher Vereine zurückzuführen ist. 16 Kleingartenvereine mussten aus der Mitgliederliste gestrichen werden. Sie hatten über 3000 Mitglieder erfasst.
Der Rückgang der Kleingärten in Göttingen war durch die Ausweitung der Bebauung und den Ausbau der Universität bedingt. Da Göttingen vor der Eingemeindung der Vororte nicht über ausreichendes Gelände verfügte, konnten für diese Verluste nur 350 neue Gärten von der Stadt als Ersatz übergeben werden.
Eine wichtige Aufgabe des Bezirksverbandes ist die gartenbaufachliche Beratung der Kleingärtner. Die Lehrgänge werden von den Fachberatern des Verbandes geleitet. Dabei haben sie jeden Wandel im Kleingartenwesen zu berücksichtigen. Das gilt sowohl für die Entwicklung des reinen, der Ernährung dienenden Gartens zu einem Erholungs- und Freizeitgarten, als auch für die Notwendigkeit eines umweltfreundlichen Gartens.
Eng verbunden ist der Bezirksverband mit der Deutschen Schreberjugend. Ausgehend von der Erkenntnis, dass eine natur- und bodenverbundene Jugend bei sachgemäßer Betreuung durch das Erleben in der Natur wichtige Erkenntnisse für das spätere Leben erlangen kann, führte Franz Koch die bestehenden Jugendgruppen zusammen und gründete 1952 die Göttinger Schreberjugend.
Das die Grünflächen- und Kleingartenplanung in Südniedersachsen ein Bestandteil einer umweltbezogenen und familienfreundlichen Städtepolitik bleiben möge, ist unser Wunsch. Unsere Devise heißt: "Kleingartenanlagen - eine Zierde der Landschaft und Grün für alle Bürger".